Auf dem Weg ins digitale Zeitalter

Autor – Dr. Martin Huber, Geschäftsführer, gogol medien GmbH & Co.KG

Nach wie vor möchte ein Großteil der Leser Zeitungen oder Zeitschriften in Papierform im Briefkasten haben oder am Kiosk kaufen – doch die digitalen Alternativen werden zunehmend genutzt. Vor allem die Online-Auftritte von Zeitungen können starke Zuwachsraten verbuchen: Laut der neuesten ARD/ZDF-Online-Studie 2013 sind inzwischen 77,2 Prozent der deutschen Bevölkerung Online-Nutzer, davon konsumieren 48 Prozent aktuelle regionale Nachrichten über Online-Angebote. Noch deutlicher hat die mobile Nutzung von Nachrichten zugenommen: Hier nutzen bereits rund 41 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung das mobile Internet, ein rasanter Anstieg im Vergleich zu den 23 Prozent im Vorjahr.

In diesem Prozess entstehen nicht nur immer mehr Distributionskanäle, auch das klassische System, bei dem ausschließlich Redakteure die Inhalte der Medien erstellen, wird zusehends abgelöst. An ihre Stelle treten eine Vielzahl von Kontributoren – vom einfachen Leser, dem ein Schnappschuss gelungen ist, über Gastautoren mit ihrem Expertenwissen zu einem bestimmten Thema bis zum investigativ arbeitenden Journalisten. Zusätzlich erhalten Verlage über die digitalen Kanäle umfangreiche Informationen über die Nutzer und ihr Nutzungsverhalten. Diese können im Gegenzug dazu eingesetzt werden, die Angebote genauer auf die Zielgruppe abzustimmen oder um die Auswahl an Artikeln zu personalisieren. Verlage stehen damit vor der Herausforderung, ein ansprechendes Angebot für die digitalen Kanäle durch eine zielgerichtete Zusammenstellung und Aufbereitung der Inhalte zu liefern.

Fallbeispiel: Regionalmedien Austria

Ein Beispiel für die Erweiterung des Angebots auf die digitalen Kanäle und die konsequente Nutzung der digitalen Möglichkeiten ist die Regional Medien Austria AG (RMA). Sie ist mit knapp vier Millionen Lesern und einer Reichweite von 55 Prozent der Marktführer für lokale Medien in Österreich und bündelt die stark lokal verankerten Marken bz-Wiener, Bezirkszeitung, Bezirksblätter, WOCHE, Bezirksrundschau Oberösterreich und die Regionalzeitungen Oberarlberg. Die RMA stellt ihren Redakteuren für die Erfassung der Inhalte einfache Werkzeuge zur Verfügung: Es genügt ein einfacher Onlinezugang, um von überall aus Bilder, Beiträge und Videos zu produzieren. Die nahezu 200 RedakteurInnen in den über 70 lokalen Standorten haben damit eine große Flexibilität hinsichtlich der Arbeitsabläufe, -orte und -zeiten.

Neu ist, dass dieser Zugang nicht ausschließlich für Mitarbeiter des Unternehmens eingerichtet wurde, sondern ganz im Sinne eines Kontributoren-Modells darüber hinaus freie Mitarbeiter und sogar Privatpersonen, die Inhalte beitragen möchten, mit einbezieht. So finden sich sowohl auf dem Portal und als auch in der gedruckten Zeitung Inhalte von Leserreportern – bei der RMA sogenannte „Regionauten“ – neben den Artikeln der Redaktion. Für den Leser wird dabei durch eine klare Kennzeichnung ersichtlich, wer die einzelnen Beiträge verfasst hat.

Durch diese Öffnung konnte das Angebot an lokalen und regionalen Nachrichten stark erweitert werden. Innerhalb von nur drei Jahren haben sich ca. 200.000 „Regionauten“ angemeldet. Zusätzlich wurde eine App realisiert, mit der Leser sowohl lokale News aus ihrer Umgebung finden als auch selbst Informationen beisteuern können. Ein mit dem Handy aufgenommenes Foto mit dem Hinweis „Stau in der Bahnhofstraße“ ist mit einem Knopfdruck auch online im Portal zu lesen – und der Redakteur greift unter Umständen die Nachricht auf und erstellt daraus eine weitere Meldung. Auf diese Weise können, ganz im Sinne eines prozessorientierten Journalismus, neue Beiträge entstehen.

Bild: Veröffentlichung von Nachrichten auf unterschiedlichen Kanälen

Die Inhalte der Redakteure, freien Mitarbeiter und „Regionauten“ werden alle auf der lokalen Nachrichtenplattform meinbezirk.at veröffentlicht. Allein im Jahr 2012 wurden so 92.000 Beiträge erstellt, 235.000 Kommentare verfasst und 614.000 Bilder hochgeladen. Durch die im System erfassten Nutzungsdaten und die Informationen der ca. 200.000 angemeldeten Nutzer kann den Lesern weitestgehend automatisiert ein spannender, sublokal zugeschnittener und immer aktueller Online-Auftritt geboten werden. Zusätzlich besteht eine Option für die Leser, Artikel von Lieblingsautoren zu abonnieren. Deren neueste Beiträge werden automatisch in einem personalisierten Feed ausgeliefert.

Aus den online gestellten Artikeln produziert die RMA dezentral in 77 lokalen Standorten ihre 128 Print-Titel. Produziert wird die Zeitung komplett im Browser per Drag & Drop und kann von jedem Mitarbeiter ohne spezifische Programmierkenntnisse bedient werden. Für iPhone-Nutzer steht eine App zur Verfügung und auch für das iPad gibt es Angebote: So können beispielsweise die aktuellen E-Paper in einer komfortablen HTML 5-Version gelesen werden. Das E-Paper wird dabei einfach mit einem Klick generiert und automatisiert auf allen Kanälen veröffentlicht.

Publishing-Lösung als SaaS

Um die unterschiedlichen Kanäle der RMA bedienen zu können, wird eine browserbasierte Publishing-Lösung, hier von Gogol Publishing, eingesetzt. Durch den Software-as-a-Service-Ansatz muss keine eigene Software-Infrastruktur aufgebaut und betrieben werden. Der Anbieter betreibt zudem die Server-Infrastruktur für viele Verlage parallel. Aufgrund des hohen Volumens können in Punkto Sicherheit, Redundanz und Performance sehr hohe Standards realisiert werden, die sich gerade kleinere Verlage alleine nicht leisten könnten.

Auch bei der Einbindung der Leserreporter profitiert die RMA von den langjährigen Erfahrungen des Dienstleisters mit User Generated Content. Mit aktuell über 300.000 Leserreportern auf seinen Plattformen hat das Unternehmen bereits 25 Verlage beim Launch von neuen Print- und Onlineprodukten unterstützt und seine Technologie dabei immer weiter ausgefeilt. Diese Erfahrungen fließen in Form von Updates ständig in die Lösung ein.

www.gogol-medien.de

Dr. Martin Huber, Geschäftsführer, gogol medien GmbH & Co.KG aus Augsburg bietet mit Gogol Publishing das einfache Redaktionssystem für Zeitung auf allen Kanälen, das insbesondere für Anzeigenblätter, Lokalzeitungen, Corporate Publishing und Fachmedien die Best-Practice-Branchenlösung ist. Die mehrfach ausgezeichneten Lösungen von gogol medien werden von den größten europäischen Verlagen, wie FUNKE, Madsack, Springer, Moser oder Styria eingesetzt.