Medium Film nutzen!

Autor – Friedrich L. Walther, Geschäftsführer der ULSHÖFER IT

Mikrofilm hat nach wie vor – und entgegen vieler Prophezeiungen – eine wichtige Dokumentationsfunktion, sei es als Beweismittel oder in der Langzeitsicherung. Bekannt ist, dass beispielsweise die Bundesregierung im Kulturgüterschutz, gemäß Haager Konvention, das Speichermedium Mikrofilm einsetzt. Darüber hinaus dient der Mikrofilm aber auch zur sonstigen Bewahrung analoger und digitaler Daten.

Als zuverlässige und bewährte Alternative zu den herkömmlichen digitalen Speichermedien behält der Mikrofilm seine Existenzberechtigung. Zwar haben in den letzten Jahren die Möglichkeiten digitaler Nutzung und Wiedergabe von Texten und Bildern außerordentlich zugenommen und die ‚analogen‘ Lösungen in vielen Bereichen ersetzt, aber nicht vollständig verdrängt. Denn bei der Beurteilung der Potenziale dieses Speichermediums wird zu oft vergessen, dass es auch hier mittlerweile zeitgemäße Lösungen gibt, die außer der bekannten COM-Verfilmung auch anderweitig das Belichten diverser Filmmaterialien und Film-Konfektionen zulassen – und dies auch direkt von einem digitalen Datenträger.

Zuverlässige Alternative zu digitalen Speichermedien

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat sich, ebenso wie die Vertreter der maßgeblichen Bibliotheken und Archive in Deutschland, klar zum Medium Mikrofilm bekannt. In der „Saarbrücker Erklärung“ vom 26. September 2013 [1] wurde das eindeutige Statement abgegeben: “Es muss zuverlässige Alternativen zu den herkömmlichen digitalen Speichermedien geben“.

Darüber hinaus haben Hersteller, Händler, Dienstleister und Archivare – darunter auch Ulshöfer IT – als Vertreter von Industrie, Handel, Gewerbe und Endverbrauchern (für Bund, Länder und Gemeinden) beim Archivtag 2013 in Saarbrücken eine Initiative ‚Medium Film nutzen‘ gestartet. Diese Initiative will und soll:
1. den Einsatz von Mikrofilm zu Sicherungszwecken,
2. digitale Belichtungsverfahren (COM und Bits on Film) sowie
3. den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit von Herstellern, Händlern, Dienstleistern und Nutzern des Mikrofilms
fordern, fördern und sinnvoll erweitern.

Die Speicherung auf Mikrofilm hat Vorteile, deren Substituierung anderweitig nicht möglich ist. Der Kulturgüterschutz ist sicherlich eine hehre Aufgabe, wirtschaftlich aber zum heutigen Zeitpunkt nicht zu bewerten. Das müssen nachfolgende Generationen tun. Aktuell ist es aber Fakt, dass beim Medium Mikrofilm keine Migrationsprobleme auftreten. Auch Mikrofilm kann zudem nicht mit „on Air and Wire“ gebundenen Überwachungsmaßnahmen ausgelesen werden und stellt zur Not ohne jegliche technische Hilfe seine Informationen bereit. Die Wirtschaftlichkeit ist nachgewiesen und der Anwendungsnutzen belegbar.

Langzeitsicherung der archivierten Dokumente

Zur Beweiskraft des Mikrofilms, erstellt im klassischen Schritt- oder Durchlaufverfahren, gilt: “Bildträger im Sinne des § 147 AO Abs. 3 sind z. B. Fotokopien, Mikrofilme”. Ein weiterer Vorteil des Mikrofilms ist, dass er eine hohe Informationsdichte mit extremer Alterungsbeständigkeit verbindet. Denn Beweissicherung und Archivierung erfordern Techniken, um Wissen langfristig zu sichern: Sachgemäße Lagerung vorausgesetzt, halten Mikrofilme bis zu fünf Jahrhunderte.

Diese Langzeitperspektive ist ein Vorteil – vor allem auch im Hinblick auf die heutige Datenqualität. Denn alles, was man heute so einfach, “mal eben“, digital abspeichert, geht unter Umständen unter in der schieren Menge der immer wieder zitierten ‚Informationsflut‘ und dem kurzfristigen Wechsel der digitalen Speicherformate. Mikrofilm hat den positiven Nebeneffekt, dass man auf der Suche nach den wesentlichen Inhalten auswählt, sich vorab noch einmal mit „seinem“ Wissen auseinandersetzt und abwägt. Diesbezügliche Unternehmensrichtlinien werden mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen und im Information LifeCycle Management (ILM) festgelegt.

Standardisierte Verfahren

Mikrofilm-Verfahren sind in verschiedenen Normen standardisiert – in Deutschland durch die DIN oder weltweit durch die ISO. Im weitesten Sinne werden darüber die Verfahrensweisen für die Verfilmung, die Lesbarkeit und die Haltbarkeit des Filmmaterials festgelegt und überprüft. Im Umfeld des Mikrofilms bestehen darüber hinaus ergänzende, teils branchenspezifische Regelungen hinsichtlich der Verwendung.

Dienstleister wie ULSHÖFER IT sind zudem zertifiziert nach der Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001ff. und FMI-QM des Fachverbandes für Multimedialer Informationsverarbeitung e. V. sowie mittlerweile auch mehrfach Compliance-geprüft. Das sichert die Einhaltung der jeweiligen Standards. Zudem werden die Anliegen der Saarbrücker Erklärung aktiv unterstützt und umgesetzt.

Literaturhinweise:
[1] http://www.ulshoefer.de/SaarbrueckerErklaerung.pdf

www.ulshoefer.de

Friedrich L. Walther, Geschäftsführer der ULSHÖFER IT, die dieses Jahr das 50-jährige Firmenjubiläum feiert. Als Dienstleistungs- und Systemhaus für Informationstechnologien bietet ULSHÖFER IT alles was nötig ist, um relevante Informationen jeglicher Herkunft zu managen und zu bewahren. Das seit Mitte der 90-er Jahre bereits ISO 9001ff. zertifizierte Unternehmen richtet seine Prozesse entsprechend aus und im Bereich Qualitätsmanagement bestehen besondere Anstrengungen über die Qualitätsoffensive des Fachverbandes für Multimediale Informationsverarbeitung e. V. (FMI).