Masterplan. Wie gehen CIOs mit dem Zwang zur Digitalen Transformation um?

     

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    Daniel Dalle Carbonare, Vice President Central Region, Hitachi Data Systems und Geschäftsführer von Hitachi Data Systems, Deutschland

     

    Schon 2007 prägte IDC den Begriff „Digitale Transformation“, der heute eine treibende Kraft in nahezu allen Branchen ist: ‘Go Digital or go home’, ‘Wer nicht transformiert geht unter’ oder ‘Digitalisierung entscheidet über die Zukunftsfähigkeit der europäischen Industrie’ sind nur einige der anzutreffenden Aussagen, die die Erwartungen und den daraus resultierenden Druck für CIOs verdeutlichen. Und das Thema wird – so die IDC-Prognose[1] – in den kommenden Jahren weiter an Fahrt gewinnen.

    Über alle Branchen hinweg haben CIOs erkannt, dass das traditionelle IT-Modell die explosionsartig wachsenden, digitalen Anforderungen eines Unternehmens nicht bewältigen kann. Zwischen dem, was diese traditionelle IT bieten kann und dem, was Geschäft braucht, liegt eine ‚digitale Kluft‘. Zudem mischen neue schlanke Wettbewerber wie Uber oder Airbnb, die zumeist 100 Prozent digital sind, keine Maschinenparks, Gebäude oder Lager benötigen, mit wenigen Mitarbeitern auskommen und mit enormen Summen an VC-Kapital ausgestattet sind, den Status quo von etablierten Unternehmen gehörig auf.

    Wie gehen CIOs nun damit um, ihre bisherigen Services am Laufen zu halten und parallel dazu Digitale Transformation betreiben zu müssen? Aktuell sind hier drei primäre Ansätze zu erkennen.

    Ansatz 1: Konservativ – Mit weniger mehr erreichen

    Dieser Ansatz resultiert aus einer Betrachtung der IT als reiner Kostenfaktor. Allerdings wird der Versuch, mit immer weniger immer mehr zu erreichen, eher früher als später scheitern und bietet keinerlei langfristige, zukunftsfähige Perspektive. Eine Verringerung der Kosten und/oder der Abbau von IT-Personal lösen nicht die Herausforderungen, sondern bewirken höchstens einmalige Effekte im nächsten Quartalsbericht. Oftmals entstehen in der Folge Schatten-IT und eigenständige Datensilos. Vor allem mit Blick auf die Bereiche Sicherheit, Integration, Compliance, Verfügbarkeit, Verantwortlichkeit und Technologie-Ausbreitung werden damit vielfältige Probleme geschaffen.

    Ansatz 2: Modern – Parallele Welten

    Ein relativ neuer Ansatz ist die „Bimodale IT“, die auf eine Empfehlung von Gartner zurückgeht. Dabei existieren zwei Modi für die IT, die parallel nebeneinander gefahren werden. Im Modus 1 hält die IT traditionelle IT-Dienstleistungen am Laufen, mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Genauigkeit – eben das, was eine herkömmliche IT-Organisation am besten kann. Im Modus 2 liegt die Betonung auf Flexibilität und Geschwindigkeit, wie bei einem digitalen Start-up.

    Dieser Ansatz berücksichtigt die Relevanz der IT für die Weiterentwicklung von Unternehmen, geht aber im Kern davon aus, dass die digitale Kluft nicht geschlossen werden kann. So sind die bewährten und eigentlichen IT-Systeme weiterhin für die traditionellen Geschäftsanforderungen zuständig, während zugleich eine eher fließende IT zum Einsatz kommt, um den neuen unternehmerischen Anforderungen mit den Vorzügen der digitalen Spielwiese zu begegnen. Voraussichtlich werden bis zum Jahr 2017 75 Prozent aller IT-Organisationen – nach Schätzungen von Gartner [2] – über bimodale Fähigkeiten verfügen. Allerdings bleibt noch abzuwarten, wer diesen Ansatz wie und mit welchem Ergebnis umsetzt.

    Ansatz 3: Innovativ – Strategie neu denken

    Der dritte Ansatz sieht die IT als Kernelement des unternehmerischen Erfolgs. Vor diesem Hintergrund werden sowohl Aufbau als auch Aufgaben der IT von Grund auf überdacht und neu arrangiert. Oftmals führt dieser Ansatz weg von einer einzigen großen IT-Organisation hin zu mehreren schlanken IT-Teams. So lassen sich bestehende IT-Anforderungen abdecken und gleichzeitig neue Technologien erschließen.

    Welche Teams letztendlich gebildet werden und wie sie zum Einsatz kommen, ist ein enger Abstimmungsprozess zwischen Unternehmensführung und IT-Leitung, um den gewünschten Effekt für die Organisation zu erreichen. So kann sich beispielsweise die folgende Aufteilung anbieten:

    • IT-Inkubation: Hier steht das Austesten von innovativer Technologie im Zentrum. Ziel ist, der Nachfragekurve sowohl intern als auch extern immer einen Schritt voraus zu sein, um Trends frühzeitig umsetzen zu können.
    • Business Cloud Services: Anwender in Unternehmen erwarten schnelle und komplikationslose Services, die sie bei ihrer täglichen Arbeit massiv unterstützen. Ein integriertes Cloud Team kann dieser Anforderung in enger Abstimmung mit dem IT-Inkubationsteam gerecht werden – bei gleichzeitiger Einhaltung der relevanten Sicherheitsrichtlinien.
    • Communication Services: In diesem Team dreht sich alles um Kommunikationsdienste und -technologien mit dem Ziel, Mitarbeitern, Kunden und Partnern das bestmögliche Nutzererlebnis und umfassende Kommunikation zu bieten. Hier laufen Technologien für E-Mail, Voice, Video-Telefonie, Chat, Konferenzen und Streaming zusammen, ergänzt um grundlegende Netzwerk-Kompetenzen sowie Innovationen aus den Bereichen Mobile und Social Media.

    Dieser innovative Ansatz erfüllt auch die Anforderungen einer agilen, sich immer wieder neu erfindenden Organisation. Für seine Umsetzung bieten IT-Lieferanten wie Hitachi Data Systems neue Produkte und Services, damit Unternehmen und deren IT-Abteilungen von Big Data, Social Media, Mobile, Analytics und der Cloud profitieren können.

    Résumé

    Die größten Herausforderungen in Zusammenhang mit IT Leadership werden sich in diesem Jahr rund um den digitalen Wandel abspielen und aller Voraussicht nach die Agenda der CIOs in aller Welt beherrschen – auch die Studie „IDC FutureScape 2016“ [3] kommt zu diesem Schluss. CEOs werden darauf achten, dass die CIOs diesen Wandel vorantreiben, während die Kernleistungen für das Unternehmen ungestört weiterlaufen müssen. Technologien wie Virtualisierung, konvergente Systeme und Cloud-Services sind notwendig und bieten Erleichterung, doch sie alleine können etablierte Unternehmen nicht beim großen Sprung helfen. Denn bei der Digitalen Transformation geht es vor allem um Menschen, Services und Abläufe.

    Es wird sich zeigen, welche der drei skizzierten Methoden sich durchsetzen wird. Doch vereint der letztgenannte „innovative“ Ansatz die fundamentale Wichtigkeit des harmonischen Dreiklangs von Technologie, Mensch und Organisation – bei vollem Empowerment der Mitarbeiter.

    https://www.hds.com/de

    Hitachi Data Systems erstellt Lösungen zum Informationsmanagement und für Social Innovation. Unternehmen können damit erfolgreich agieren und der Gesellschaft dabei helfen, sicherer, gesünder und intelligenter zu werden. Die IT-Lösungen und -Services bringen eine strategische Verwaltung und Analyse der weltweiten Datenbestände voran.

    Referenzen

    [1] http://www.forbes.com/sites/gilpress/2015/12/06/6-predictions-about-the-future-of-digital-transformation/#4f18bb0c25b4

    [2] http://www.gartner.com/smarterwithgartner/how-to-innovate-with-bimodal-it/

    [3] https://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=IDC_P33689