Studie: Defizite bei der Dokumentation industrieller Großanlagen

    Bei Planung, Aufbau und Betrieb industrieller Großanlagen entstehen durch fehlende Interoperabilität von Verfahren, Programmen und Dokumenten Mehrkosten in Milliardenhöhe. Eine Studie der fme AG und dem Institut für Marketing der Technischen Universität Braunschweig hat jetzt bei Energie-versorgern und Unternehmen der Prozessindustrie große Defizite im E-Mail-Handling und der IT-Unterstützung benannt. Ein systematisches E-Mail-Management würde Haftungsrisiken senken und Prozesse effizienter machen.

    „Wir hätten nicht erwartet, dass von den befragten Unternehmen aus dem Bereich verfahrenstechnischer Anlagen die elektronische Unterstützung nur so punktuell eingesetzt wird. Hier schlummert noch ein sehr großes Effizienz-potenzial“, schlussfolgert Prof. Dr. Wolfgang Fritz, Leiter des Instituts für Marketing der Technischen Universität Braunschweig (TU).

    E-Mail-Archivierung ohne Akten-, Vorgangs- oder Projektbezug
    Das Institut für Marketing der TU Braunschweig hatte in der Studie „Lifecycle Management der Dokumentation von verfahrenstechnischen Anlagen“ im November 2010 u.a. festgestellt, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen den kompletten Datenaustausch noch manuell vollzieht, obwohl meistens elektronische Dokumentationssysteme eingesetzt werden und elektronische Workflows etabliert sind. So stellen alle befragten Unternehmen ihren Partnern Dokumente insbesondere via E-Mail und via Post zur Verfügung. Dabei werden die E-Mails überwiegend ohne Akten-, Vorgangs- oder Projektbezug archiviert. Lediglich 21% der Unternehmen archivieren die E-Mails vorgangsbezogen über ein Dokumenten-Management-System. Als ein Fazit nennt Prof. Fritz: „Unsere Studie zeigt, dass die Prozessketten nicht durchgängig elektronisch unterstützt werden, Medienbrüche vorherrschen, und es scheint fraglich, ob so alle haftungsrelevanten Dokumente vollständig verfügbar gehalten werden können.“

    Dokumentation verfahrenstechnischer Anlagen unzureichend gelöst
    Laut fme AG, einem Spezialisten für Dokumenten-Management in Industrieunternehmen, ist die Dokumentation verfahrenstechnischer Anlagen meistens unzureichend gelöst. „Während eines langen Anlagenlebenszyklus muss die Dokumentation bei vielen Änderungen konsistent und up to date gehalten werden“, berichtet Michael Nikel, Solution Consultant bei der fme AG. Hier fehle es häufig am Überblick über die laufenden Änderungen und an der revisionssicheren Ablage aller relevanten Unterlagen. „Die unzureichende und nicht vorgangsbezogene E-Mail-Archivierung hat diese Problematik erheblich verstärkt und die Haftungsrisiken erhöht“, so Michael Nikel. Laut Nikel entstehen für die gesamten Dokumentationsleistungen Kosten von bis zu 10 Prozent des Anlagenneuwerts.

    Versionshistorie der Dokumentation muß nachvollziehen sein
    Um einen Überblick über die laufenden Änderungsprozesse zu behalten und jederzeit die Versionshistorie der Dokumentation industrieller Großanlagen nachvollziehen zu können, haben sich Dokumenten-Management-Systeme wie EMC Documentum etabliert. Darauf bauen Lösungen auf zum E-Mail-Management, dem Transmittal Management, das CAD-Drawing-Management oder das Work&Change-Management von branchenspezialisierten Anbietern wie McLaren Software. Die fme AG bietet zum Einstieg in das Thema, zur betriebsindividuellen Problemanalyse und für die Definition von Anforderungen einen Themenworkshop an.

    Die Ergebnisse der Studie „Lifecycle Management der Dokumentation von verfahrenstechnischen Anlagen“ können nach vorheriger Registrierung unter www.fme.de kostenlos heruntergeladen werden.

    Link:
    www.fme.de